Rückmeldungen

"Was man liebt, das schützt man auch" -
Arten-Vielfalts-Kinder-Gärten

Naturpädagogische Fortbildung mit Irmgard Kutsch
14./15. Juni 2019 in der Michaeli Schule Köln


Rückmeldung der Teilnehmerin Michaela Bovie

 

Was können wir im Rahmen der NATURPÄDAGOGIK tun, um die Außengelände von Kinderorten vielfältig und reich an Erlebnismöglichkeiten im Sinne der NACHHALTIGKEIT zu gestalten? Wie können auch die jüngsten Kinder einen Zugang zur Natur bekommen?

 

Mit diesen beiden Grundfragen, Schnitz- und Küchenmesser, Buntstiften, Gartenkräutern und einer gewissen Vorfreude kam ich nachmittags in der Michaeli-Schule an. Der Seminarraum war bereits erfüllt von einer sehr regsam-lebendigen Stimmung, die sich später durch die gesamte Fortbildung zog und die meine eigene Kreativität in zunehmenden Maße anregte.

 

Zwischen vielfältigen Materialien und frischem Grün der mitgebrachten Pflanzen bewegte sich Irmgard Kutsch in sich ruhend und sehr verbunden mit ihrem Tun hin und her und ordnete hier und dort noch etwas, bevor es losging.

 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, betrachteten wir das Außengelände der Michaeli Schule im Hinblick auf die oben erwähnten Fragen. Schnell wurde deutlich, was für einen tiefen Erfahrungsschatz Irmgard Kutsch sowohl in der Theorie als auch in der Praxis mit sich bringt. Genauso beeindruckt hat mich ihre innere Haltung zu den Lebewesen, die ihr begegnen: Liebevoll hat sie uns an die verschiedenen Pflanzen herangeführt, hat uns zur Vorsicht angeregt, nicht auf den Klee zu treten, den die Bienen und Hummeln so mögen, hat uns die bestmöglichsten Nisthilfen für Wildbienen erklärt.

 

Sie konnte uns ihre vielen Erfahrungen in der Planung von verschiedenen Außengeländen weitergeben. Sogar für kahle Dachterrassen, wo ja die Möglichkeiten, einen erlebnisreichen naturnahen Garten anzulegen, sehr beschränkt sind, hatte sie spannende Lösungsvorschläge.

 

Irmgard Kutsch lebte uns nicht nur ihre achtsame Haltung zur Natur vor. Auch in ihrer Rolle als Gruppenleiterin war sie stets darauf bedacht, uns nicht zu überfordern. Phasen des Aufnehmens, Phasen der inneren Aktivität und Phasen der Entspannung sollten sich im guten Einklang miteinander befinden. Auch hier konnten wir ihre jahrelange Erfahrung mit Kindern im Kindergartenalter deutlich spüren.


So waren wir zwischen theoretischen Abschnitten und Pausen auch in vielfältiger Weise selber kreativ. Wir haben alle unsere individuellen Wildbienenhotels aus Ton geformt.Weiter konnte sich am Samstag eine Gruppe in der Filzwerkstatt mit verschiedenen Bienen und Hummelarten vertraut machen. Durch eine intensive Beobachtung und innere Verbindung sind wunderbare Filzbienen entstanden. Währenddessen war die andere Gruppe in der Kräuterwerkstatt tätig. Wir haben unterschiedliche Kräuter im Dörrgerät getrocknet. Der Seminarraum war erfüllt von würzigen Düften. Wir lernten Kräutersalz, sowohl aus frischen, als auch aus getrockneten Kräutern mit Hilfe von verschiedenen Mörsern herzustellen. Schließlich haben wir Kräuterbutter und -quark für eine köstliche gemeinsame Brotzeit zubereitet.

 

Ein weiterer Höhepunkt unserer praktischen Arbeit war das Erstellen einer Trockenleiter für Kräutersträuße. Dazu schälten und schnitzten wir Weidenstöcke zurecht, teilten sie in 3 Stücke und banden sie mit selbstgedrehten Schnüren zu einer Leiter zusammen. Alleine das Drehen der bunten Schnüre war mit großen Aha-Erlebnissen verbunden.

 

Die gesamte Fortbildung war durchzogen von einer tief anregenden Lebendigkeit. Sie war ein großer Appell an uns, die wir täglich als Vorbild auch der ganz kleinen Kinder dienen. „Was man liebt, das schützt man auch“. Diese Liebe zu den Pflanzen und Tieren der Natur hat uns Irmgard Kutsch so einfühlsam vorgelebt, damit wir uns mit ihnen ebenso verbinden können und diese Liebe zur Natur unseren uns anvertrauten Kindern wiederum vorleben können.

 

Weil der persönliche Bezug eines jeden Menschen zur Natur gerade in unserer heutigen Zeit, in der die Zerstörung der Umwelt durch einen unachtsamen und rücksichtslosen Umgang mit ihr immer deutlicher wird, so enorm wichtig ist, hat sich Irmgard Kutsch eine große Aufgabe gestellt: Ihr Ziel ist es, dass in jedem Kindergarten im ganzen Land ein artenreicher Naturgarten angelegt wird. Jedes Kind soll die Chance erhalten, vielfältige Entdeckungen und Erfahrungen mit den Lebewesen der Natur zu machen, um sich mit ihnen innig verbinden zu können. Hier sucht sie noch Menschen und Verbände, die ihre Idee unterstützen.


Genauso wichtig wäre es dann auch, eine solch wunderbare Fortbildung einer jeden in der Frühpädagogik tätigen Person zu ermöglichen.

 

Vielleicht wächst ja dann bald eine Generation heran, in der Goethes Forderung, jede Handlung im Einklang mit der Natur auszuführen, selbst im Wirtschaftsleben zur Wirklichkeit wird.

 

"Man sieht nur mit dem Herzen gut – die innere Ebene der pädagogischen Beziehung" - Übungswege für PädagogInnen

Blockwoche im Rahmen der Fortbildung „Kinder, die aus dem Rahmen fallen“, April 2019


Rückmeldung der Teilnehmerin Christiane Schneider


Vom 23. bis zum 27.  April habe ich an der Blockwoche in Köln beim Seminar für Waldorfpädagogik teilgenommen. Wieder mal war ich sehr begeistert und fuhr geschafft aber erfüllt nach Hause. Die beiden Referenten, Henning Köhler und Pär Ahlbom bieten seit Jahren ein abwechslungsreiches Programm für alle Anthroposophie-Begeisterten.

Das Thema machte mich schon sehr neugierig: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Jeder kennt das Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Es ist eins der meistgelesenen Bücher der Welt. Der kleine Prinz zeigt uns, worauf es wirklich ankommt im Leben. Die Geschichte ist alt, aber die Botschaft ist hochaktuell. Meine innere Haltung spielt hier eine wichtige Rolle. Henning spricht von Akzeptanz, Gegenwärtigkeit, Bescheidenheit, Geduld und Dankbarkeit. Unsere Routine kann diese erstrebenswerten Grundhaltungen da schon mal blockieren. Wir laufen Gefahr, in Automatismen abzugleiten und müssen wieder lernen, im rechten Moment auszusteigen, innezuhalten und uns zu besinnen.

Eindrucksvoll schilderte Henning den Schulungsweg des erkennenden Fühlens. Wie wichtig ist es doch, mit seinem Bewusstsein für das Kind da zu sein, mit Andacht zum Kleinen. Rudolf Steiner misst dieser Qualität eine tiefgreifende Wirkung zu. Es ist nicht meine Aufgabe, das Kind zu formen, sondern ihm Raum zu geben und Hilfestellung, damit das Kind sich selbst erziehen kann. Denn das ist doch Waldorfpädagogik: An den Kindern ablesen, wofür ihr Gemüt offen ist. Alles andere ist Vergiftung. Wir müssen wieder lernen, beweglicher auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Die Kinder sollen erfahren: Du bist so wie du bist genau richtig! Oft sind wir Erwachsenen zudringlich, reden auf die Kinder ein und haben ständig Erwartungen. Warum sind wir nicht „mehr Frage“? Wer bist du Kind? Henning ermutigte uns, mit offenen Fragen im Leben zu stehen. Wir sollten nicht so antwortsüchtig sein - der Staunende will keine Antwort. Lasst uns einen Ort der Stille in uns finden, denn dann kommen wir zur schöpferischen Quelle. In der Stille erwacht die Intelligenz des Herzens. 

Für unsere Einrichtungen gilt es sich zu fragen: Ist der Urimpuls noch lebendig? Er droht zu sterben. Es liegt in unserer Hand. Wünschenswert wäre es, den Christus-Impuls mehr zu repräsentieren – die Kinder atmen das. Häufig steht die institutionelle Verfestigung der Zukunft im Weg. Das, was aus der Zukunft hereinkommt, dürfen wir nicht abriegeln. 
Es gab wieder tolle Buchempfehlungen.

Da ich ein Fan von besonderen Wortkreationen, Fremdwörtern und Sprüchen bin, habe ich mir auch in dieser Woche einige „mit einem gewissen Etwas“ notiert: tumultarisch, sozialtoxisch, erwählte Schicksalsbegleiter und psychologische Tiefbohrungsveranstaltung.

Ich profitiere nicht so sehr durch reinen Wissenszuwachs, sondern es ist für mich eher ein lebendiger Impuls für meine tägliche Arbeit. Ich empfinde dieses Seminar als Rückenwind meines Denkens.

 


Herzlichst
Christiane Schneider

 

 

Intuitive Pädagogik 

Fortbildung mit Pär Ahlbom im März 2019 in der Rudolf Steiner Schule Düsseldorf


Von Sandra Wilmer

 

Seit drei Jahren gibt es nun die Fortbildung für "Intuitive Pädagogik" an der Waldorfschule in Düsseldorf.Ich selbst fühle mich diesem Impuls nun schon seit vielen Jahren eng verbunden, da er mein Leben in Vielem bereichert, besonders natürlich im pädagogischen Handeln, aber auch grundsätzlich im zwischenmenschlichen Denken.

 

Dieter Schwartz, einer der Dozenten, beschreibt diese Fortbildung und ihren Sinn mit folgenden Worten:

 

"Seit einiger Zeit erleben viele, vor allem jüngere Menschen, dass irgendetwas an unserem gegenwärtigen Schul- und Erziehungssystem nicht mehr zeitgemäß ist. Dies zeigt sich an verschiedenen Erscheinungen wie zum Beispiel,

  • dass mehr und mehr Kinder und Jugendliche offen oder latent die Schule verweigern
  • dass viele Kinder mit psychosomatischen Krankheiten auf ihre schulische Situation reagieren
  • dass viele Lehrer und auch Eltern im BurnOut landen
  • dass oft auf beiden Seiten, bei Erwachsenen wie bei Kindern das Erlebnis entsteht, dass man in zwei völlig verschiedenen Welten lebt und mit der jeweils anderen Seite nicht richtig in Kontakt kommt

Die Intuitive Pädagogik liefert eine eigene Sichtweise und eventuell unerwartete Antworten auf die Frage, wie wir Erwachsene durch unsere eigene innere Haltung und Selbsterziehung das entwicklungsförderlichste Umfeld kreieren können für Jugendliche und Kinder, in welchem sowohl die Kinder als auch wir Erwachsene eine wirklich gute Lebensqualität haben. - Eine Lebensqualität durch Gemeinschaft, Kommunikation und Kontakt.

Die Übungen von Pär Ahlbom helfen zudem dabei, die Fähigkeit zu erlangen, auch in schwierigen und unerwarteten Situationen ganz mit sich selbst in Kontakt zu bleiben und nicht stattdessen in unbewusste Verhaltensmuster zu verfallen. Hier ist nicht von einer Methode die Rede, die wir in schwierigen Situationen anwenden können, sondern von der Möglichkeit, direkt eine innere Haltung zu entwickeln, die zur Freiheit führt.

Übungen und Spiele von Pär Ahlbom, Kommunikationskurse bei Dieter Schwartz und Malen mit Merete Lövlie sind die angebotenen Entwicklungstools der Intuitiven Pädagogik für alle Erwachsenen, für die das Wort „Selbsterziehung“ eine gelebte Wirklichkeit ist.“

 

Einige TeilnehmerInnen waren so nett, mir folgende Rückmeldungen über ihre Erlebnisse zu schicken:

 

- ...Spielen mit Pär, bis der Kopf frei ist und die Kreativität einziehen kann...

 

-...Bei der Intuitiven Pädagogik hat man die Möglichkeit, auf eine spielerische, aber auch tiefe Art sich selbst zu begegnen...

 

-...nach dem ersten Wochenende habe ich meine Kinder und die, mit denen ich arbeite, mit ganz anderen Augen betrachtet...

 

-...es ist so erhebend, reichhaltig und einfach DIE Basis für alles...

 

-...Ich erlerne mit Dieter Schwartz und Pär Ahlbom eine revolutionäre Art mit sich selbst und mit Kindern zu kommunizieren - klar, aber immer ohne Bewertung und so befreit. Die Stimmung im Seminar ist auch so: annehmend, fröhlich, eine sehr gute Lernumgebung...

 

-...Für mich war es im November 2017 eine faszinierende gesangliche, malerische und pädagogische Weiterbildung mit vielen Inspirationen. Es fühlte sich gut an, wie ein wunderbarer Bildungsurlaub.

Denn die Vollverpflegung und dadurch die viele Zeit zur Kommunikation wirkte auf mich sehr entspannend, energieschöpfend und persönlich bereichernd. 

Auch das große Spielvergnügen hat mir wieder mehr Lebendigkeit und noch mehr Lebensfreude in Familie und Beruf der Schulsozialarbeit gegeben...

 

...und last but not least eine Rückmeldung aus Japan:

 

The time I spend at the camp reminded me how wonderful our senses are and the experience awakened my feeling of happiness and fertile mind.

Since I have taught yoga and healing, I’ve been trying to let the student’s heart open and to harmonize their body, mind, spirit in lessons. Generally speaking, students try to work hard in lessons, but they tend to forget ideas of yoga and healing in daily life. In Steiner training camp, you taught us we can find happiness and harmony in daily life and how we can do that. It is to activate our senses in life, which are connected with our body and mind. To have the time just to follow what we want to do through the five senses would give us happier and richer time.

We would need to slow down and get calm from too much thinking or busy mind because there are too much information or noise around us these days. Once a busy-minded person participates this training camp, he/she would get himself calmly controlled and keep focused and vigorous. To set ourselves free and balanced, or more to live happier and choose what we really want, I recommend this training camp to everyone.

 

 

Sandra Wilmer

 

 

"Beziehungen und Kommunikation in einer neuen Kommunikationsdimension"

Fortbildung mit Dieter Schwartz, 08. - 10. Februar 2019

Rückmeldung der Teilnehmerin Stella Dodillet

"Spirituelle Aspekte für Erziehung und Entwicklung"

Fortbildung mit Prof. Dr. Dr. W. U. Klünker, 30.11. bis 01.12.2018

 

Rückmeldung der Teilnehmerin Sabine Bender

 

Wolf-Ulrich Klünker begleitet mich schon seit fast 20 Jahren in meiner Entwicklung. Sein Buch „Selbsterkenntnis – Selbstentwicklung“ war eines der für mich tief beeindruckendsten Schriften der anthroposophischen Sekundärliteratur. Ihm verdanke ich eine Verdeutlichung der seelisch relevanten Denkrichtung Rudolf Steiners. Einfach, prägnant, tiefgreifend, nachvollziehbar und somit für mich äußerst hilfreich.

 

Umso freudiger erwartete ich das Seminar „Spirituelle Aspekte von Erziehung und Weiterentwicklung“. Klünker in einem ganzen Seminar erleben!!

 

Also setzte ich mich am Freitag nach meiner Arbeit im Waldorfkindergarten Lüdenscheid, im Sauerland, in mein kleines Auto und fuhr auf der Autobahn Richtung Köln. Dort an der Schule, ich war da zum ersten Mal, lernte ich die Seminarleiterin Anne Marisch kennen, sie stand am Straßenrand und wartete. Nachdem ich zum zweiten Mal an ihr vorbeilief, sprach sie mich an und verwickelte mich in ein Gespräch. Sie würde auf  Herrn Klünker warten. Ob ich mit ihr warten würde. Na klar, sagte ich. Ich erzählte ihr auch, wie sehr ich mich auf ihn als Referent freue. Wie sehr ich ihn als Autor schätze. Wir hatten sehr viel Spaß beim Warten und Erzählen. Da kam er dann. Und wir gingen alle in den Vortragsraum.

 

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch hier seine Ausführungen klar, deutlich, prägnant, nachvollziehbar. Unaufgeregt, mit klaren Gedanken zeichnet Klünker ein Menschenbild, das deutlich aus Steiners allg. Menschenkunde aufsteigt. Man spürte auch deutlich seine eigene gedankliche Forschungen, die dadurch gewonnen Erkenntnisse, alles durchdacht, durchgearbeitet, Steiner als Hinweise, als Quellen zitiert, aber auch viele Studien, die auf eine Zeit vor Steiner hinwiesen, die auch in die Anthroposophie einflossen.

 

Im Raume stand, wie würde heute im 21. Jahrhundert die Anthroposophie aussehen, wenn Steiner heute wirken würde. Oder eher, welchen Auftrag haben wir, heute im 21. Jahrhundert, die Anthroposophie aus unserem Denken heraus neu zu greifen. Die Zukunft aus der Vergangenheit heraus in der Gegenwart zu initiieren. Von uns als Menschen, die aus der Arbeit mit der Anthroposophie geworden sind.

 

Was ich gelernt habe, ist, dass ich mich mehr an die Leitsätze Steiners halte. Da das das Modernste ist, was uns Steiner gegeben hat. Komischerweise hatte ich grad vor ein paar Wochen die Leitsätze nach gefühlt 20 Jahren mal wieder aus dem Regal gezogen, und darin studiert.

 

Es war auf jeden Fall ein sehr produktives, gehaltvolles, gedanklich erlebnisreiches, erfülltes wunderbares Seminar. Vielen Dank an die Organisatoren! Ich werde wieder kommen, aus dem Sauerland! Versprochen!

Sabine Bender

 

 

 


"Seelische Zeitphänomene besser verstehen"

Fortbildung mit Dr. Hartwig Volbehr, 02./03. November 2018


Nach der Fortbildung „Ich-Stärkung und Ich-Präsenz in Theorie und Praxis“ zu Beginn des Jahres 2018 hielt Herrn Dr. Hartwig Volbehr - Psychiater und Psychotherapeut – im November 2018 unter dem Thema „Seelische Zeitphänomene besser verstehen! Wie umgehen mit ADHS, Borderline-Syndrom und Identitätsstörungen?“ ein weiteres Seminar ab.

 

Es wurde deutlich und verständlich aufgezeigt, dass viele Krankheitsbilder – Neurosen, Borderline, Psychosen – ihren Charakter im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte veränderten. Aufmerksam wahrgenommen ist zu bemerken, dass diese Krankheitsbilder sich immer individueller ausprägen. Dieses Phänomen des Individueller-Werdens erschwert das Verständnis und somit auch den Zugang zu den Menschen - eine adäquate Hilfestellung wird komplexer. Im Rahmen der Fortbildung wurde den Teilnehmer*innen ermöglicht einen bewussteren Umgang mit Menschen, denen diese Krankheitsbilder zugeordnet werden, zu finden. Die Betrachtungen bezogen sich jedoch nicht nur auf erwachsene Menschen, sondern auch auf Kinder, bei denen die Ausbildung einer Pathologie noch nicht in ihrer ganzen Form sichtbar wird.

 

Im weiteren Verlauf des Seminars wurde aufgezeigt, dass Denken, Fühlen und Wollen in der heutigen Menschheitsentwicklungsstufe auseinander fallen. Daraus ergibt sich manch Unverstandenes, was uns sehr bedrücken kann. Es wird immer erforderlicher, unsere Aufmerksamkeit zu schulen dieser Belastung entgegen zu wirken und die Voraussetzung zu schaffen, die Welt besser verstehen zu können.

 

Aufmerksamkeit ist „frei“, wenn sie von uns selbst – von unserem Ich – gelenkt wird. Es wurde die Frage aufgeworfen, wie wir unsere Aufmerksamkeit intensivieren können. Dazu ist – laut Dr. Volbehr - notwendig, dass wir ein neues „Organ“ für die eigene Aufmerksamkeit lernen zu entwickeln. Alle Schulungswege, die wir kennen – von der Meditation über die Seelen- und Nebenübungen bis zur abendlichen Rückschau und der kühlewindschen „Moment mal“ Übung – bieten eine Möglichkeit dazu. Jeder einzelne von uns ist gefordert für sich selbst einen eigenen persönlichen Weg zu finden und zu gehen. Der Weg  des Erkennens scheint notwendiger als wir bis jetzt ahnen. Es ist unsere Aufgabe aktiv vom Geschöpf zum Schöpfer und zum Mitgestalter der Welt zu werden. Auch Verständnis - gerade für die jüngere Generation, unsere Kinder - zu entwickeln. Bei vielen in den letzten Jahren geborenen Kindern ist zu beobachten, dass der  Ich-Einschlag bedeutend früher als in den Generationen vor ihnen stattfindet. Somit werden Eltern und Pädagogen von ihren Kindern im verstärkten Maße herausgefordert.

 

Zum Abschluss der Fortbildung kam die Sprache auf Kinder mit sogenanntem ADHS. Diese Kinder werden in ihrer Aufmerksamkeit von der Welt, von außen, zu sehr gesteuert. Umso mehr sollten diese Kinder von uns im Bewusstsein gehalten werden, unser „Ich“ ihnen als Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

 

Auch wurde in dieser Fortbildung noch einmal die zentrale Bedeutung menschlicher Begegnung betont, was eine verstärkte Bewusstseinsschulung erforderlich macht.

 

Wir freuen uns auf die nächste Begegnung.

A.M.

 


Unsere Abschlussfahrt (Kurs J15)

Järna, Schweden, 24.05.2017 – 29.05.2017


„Die Gemeinschaft bildet sich nicht, sie ist bereits da. Wir müssen sie nur pflegen.“ (Pär Ahlbom)        

                                                         

Unsere Abschlussfahrt stand vor der Tür. Also fast vor der Tür. Zunächst dachten wir an Dornach, was wahrscheinlich auf der Hand liegt, für eine Abschlussfahrt von einem Seminar für Waldorferzieher/Innen.

 

Doch wir hatten im Laufe unserer Weiterbildung Pär Ahlbom kennen gelernt, und mit ihm die Eurythmie, die intuitive Pädagogik und seine zeitgemäße Art, die Anthroposophie zu betrachten. Nein- nicht Dornach. Wir wollen nach Järna. Dort hat Pär die Solvikskolan mit gegründet. Eine Schule, die nach waldorfpädagogischen Grundsätzen unterrichtet. Zu eigensinnig, was dort so passiert - die Schule wurde von der Liste der Waldorfschulen gestrichen - jedoch später auf Wunsch vieler anderer Waldorfschulen wieder aufgenommen. Nun wollten wir uns selbst ein Bild davon machen, also: Auf nach Schweden!

 

Jedes Grüppchen mit seinem Flieger und Anne mit dem Auto, den Lebensmitteln, den Schlafsäcken usw., reisten wir also am 24.05.2017 in Järna an.

 

Allein das war ein riesiges Abenteuer, von Stockholm aus mit der Bahn, und dann mit dem Bus (oh Gott- wann fährt eigentlich der letzte...?), und dann zu Fuß durch den Wald,in der Dämmerung, bis irgendwo ein Lichtlein zu sehen war. Sicher konnten wir uns nicht sein: Ist es die Schule? Mitten im Wald? Und ja, sie war es.

 

Eine Jede von uns und Sven (der Quotenmann) richteten das Lager: Isomatte aufgebaut, Schlafsack ausgerollt, noch vom abenteuerlichen Weg erzählt, und dann ab ins Bett. Wir hatten viel vor, in den nächsten Tagen.

 

Das Essen haben wir uns selbst zubereitet. Es regelte sich einfach so, einer spülte, einer kochte, einer deckte den Tisch, einer räumte ab. Es war wunderbar, der Gemeinschaftsgedanke in Pär's Sinne hat von Anbeginn gelebt- und wurde gepflegt. Welch erfüllendes Gefühl. Wir waren füreinander da. Alle. Einfach so.

 

Der Rahmen war also gesteckt, und nun durfte die Inhaltliche Arbeit beginnen.

 

Pär kam zu uns, innerhalb der nächsten 5 Tage immer nach dem Frühstück. Wir haben gemeinsam an verschiedenen anthroposophischen Themen gearbeitet. Eines ergab das andere.

 

Zunächst stellte er uns die Schule vor: Alle Klassenzimmer sind einzelne Gebäude, eingebettet in ein Stück Wald, auf einem Hügel.  Es bleibt das Gefühl: Es ist genügend Platz für alle da. Die verschiedenen Häuser sind aus Lehm gebaut. Die rund 140 Schüler, die die Solvikskolan besuchen, haben es gut. So viel Platz, so viel Natur. Durch die verschiedenen Möglichkeiten, sich auf dem Schulgelände zu bewegen, kommen alle auf ihre Kosten. Es gibt einen Garten, Bienen, Es gibt den Wald.

 

Und eine wichtige Information: Ein Teil der Ostsee, ganz in der Nähe. Wie fein. Wir konnten jeden morgen baden. Es dauerte nicht lang, da fielen die Hüllen. Das kalte Wasser auf der Haut, jeden Morgen, was für ein guter, frischer Start in den Tag. Zumindest für einige von uns. Und es wurden immer mehr... :)

 

Im Laufe der Tage wurden wir nicht nur von Anne und Pär durch inhaltlich sehr wertvolle Gespräche geführt, wir hatten auch genügend Raum für Eigenarbeit, und dafür, das Gehörte mit den eigenen Gedanken zu den verschiedenen Themen zu verknüpfen, zu erweitern, zu beleben. Selbstverantwortlich haben wir uns Gedanken gemacht, zu Themen wie:

 

-       Was bedeutet für mich Waldorfpädagogik?

-       Wie ist es möglich, eine wertschätzende Gemeinschaft zu leben?

-       Was meinen wir, wenn wir vom „Ich“ sprechen (Die Frage vom Ich und der Aufmerksamkeit)

-       Was bedeutet Sympathie/ Antipathie?

-       Freiheit und Liebe und Angst

-       Der ätherische Christus

 

Und weil das ziemlich viel Gedankenarbeit war, die unsere Aufmerksamkeit sehr gefordert hat, haben wir zwischenzeitlich auch etwas für unseren Leib getan: Eurythmie mit Pär. Das war eine sehr interessante Erfahrung. Wir haben einerseits Eurythmie im Raum gemacht, die uns wieder sehr zu uns selbst gebracht hat, nach all den gedanklichen Höhenflügen. Und wir haben Eurythmie im Außen gemacht, in der Natur. Im Garten. Wir haben Eurythmie für Bäume gemacht, für Bienen, für Blumen. Und für ein verstorbenes Mädchen. Das war sehr intim, ich möchte es aber genau aus diesem Grund erzählen, denn es war ein ganz besonderes Gefühl, der Welt etwas zurück zu geben. Der Natur, und auch der geistigen Welt. Die Gemeinschaft bildet sich nicht, sie ist bereits da. Wir müssen sie nur pflegen...

 

Abgerundet wurde unsere Abschlussfahrt nach Järna durch verschieden Besichtigungen. Einerseits haben wir das anthroposophische Zentrum in Järna besucht, mit einem Cafe, einem kleinen Bioladen und einer Gärtnerei. Der Weg dorthin war traumhaft, und bot viel Raum für Austausch und Gespräche. Es blieb gefühlt keine Minute ungenutzt.

 

Und andererseits hatten wir das Glück (Dank Cornelia und ihrer Organisation vorab), einen kleinen Waldorfkindergarten in der Nähe der Schule besuchen zu dürfen. Das war für uns angehende Waldorferzieher/innen natürlich sehr spannend. Ein kleiner Kindergarten, eingebettet in die Natur Schwedens, mit Schafen und Beeten, mit Garten und einem grossen Herz für Familien. Kathy und Holger haben sich nicht nur unheimlich viel Zeit für uns und unsere Fragen genommen, sie haben uns auch „bebacken“ und mit leckeren Getränken versorgt. Und wer wollte, konnte ein hauseigenes Lammfell erwerben.

 

Und es bleibt die Frage: Warum eigentlich nicht einmal anders denken? Warum nicht, zumindest einen Ansatz des Gedankengutes, der Innovativen Ideen von Waldorfpädagogik, die sowohl im Kindergarten, als auch in der Solvikskolan leben, auch hier bei uns umsetzen? Und das bedeutet nicht, dass es keine Schwierigkeiten und Konflikte gibt. Nein, auch das darf in Järna leben. Und dann landen wir schnell wieder bei Grundsatzfragen: Wie steht es um unsere eigenen Ängste? Wie frei sind wir eigentlich? Was genau bedeutet denn nun die Waldorfpädagogik für uns?

 

Und somit war unsere Reise nach Järna in Schweden eigentlich gar keine Abschlussfahrt, sondern eine absolute „Beginnerfahrt“.

 

Und der Rückblick sagt (was war uns wichtig):

 

„Die Anzahl der kleinen, zwischenmenschlichen Dinge, die wertvoll und kräftigend sind.“

 

„Der Raum wirkt. Wenn all das schon so auf uns wirkt, wie mag es denn dann erst auf die Kinder wirken?“

 

„Die Art der Menschen, die wir kennengelernt haben. Pärs Art. Beeindruckender Kindergarten. Lust am Mitarbeiten.“

 

„Gemeinschaft – Bewegung – Anregung: Davon können wir lange zehren“

 

„Abwechslung in der Gruppe. Die Tiefe der Themen, der Humor (z.B. beim Kochen). Die Schule. Das Erleben von unheimlich vielen, schönen Sachen.“

 

„Es tut gut zu sehen, was möglich ist, wenn Gleichgesinnte zusammen kommen. Die Atmosphäre in der Gemeinschaft. Das Grosse Ganze.“

 

„Inspiration. Impulse. Das setzt neue Kräfte frei. In die Welt in Schweden eintauchen können. Als Vorschlag: Mehr Zeit?“

 

„Die Offenheit der Gruppe, persönliche, tief gehende Gespräche.“

 

„Eine gefüllte, reiche Zeit. Durch Pär und seinen Schatz der Pädagogik eine Idee zu bekommen, was Waldorfpädagogik heißen kann, und dass sie etwas Großes ist. Den Segen des Schwierigen zu erkennen, Begriffe zu durchdringen“

Anne Klotzsch